BoJo übt Spagat

Boothby, Montag, 17. August 2020, 20:37 (vor 33 Tagen) @ Serious Black

Die Lächerlichkeit des Unterfangens wird selten so deutlich wie in der Forderung britischer Fischer nach einseitiger Hoheit über die Höhe französischer Fangqouten in der britischen See.

https://www.deutschlandfunk.de/brexit-abkommen-verhandlungsmasse-fisch.724.de.html?dram...

Mal ganz ab davon, dass der Beitrag zum GDP in UK bei 0,2% und in der EU bei 0,1% liegt: Von der BoJo-Admin allen Ernstes die Einlösung dieser Zusage zu erwarten, geht einher mit der Erwartung, europäische Märkte hätten dann aber auch offen zu sein für britische Exporte, die beim Fisch bei 75%, und hier weit überwiegend in die EU.

Offenbar hat BoJos Gesäusel dazu geführt, dass eine vor ein paar Jahren noch verhandlungsfähige Öffentlichkeit heuer plötzlich auf seine Einhörner besteht.

Das ist umso schockierender, als dass innerhalb der EU das UK verhandeln konnte wie der Teufel und dies auch getan hat. Mit dem Nebeneffekt, dass kein EU-Mitglied durch einen Austritt mehr Kontrolle verlieren würde als eben das UK.

Ich stand den britischen Rabatten immer zwiespältig gegenüber: Einerseits war es in einigen Punkten der EU-Integration mehr als nur nervig. Andererseits war die kick-ass-attitude auch eine manchmal notwendige Erinnerung daran, dass man es sich nicht zu einfach machen sollte.

Britische Freunde haben sich seit dem Brexit immer wieder verblüfft die Augen gerieben über aus ihrer Sicht rosarote Vorstellungen bezüglich des british pragmatism.

Beiträge wie der obige lenken den Fokus sinnvollerweise auf den Umstand, dass die Fokussierung auf BoJo oder die engere Admin den Blick darauf verstellt, das keineswegs nur einige Prolls und Little Englanders nunmehr komplett beknackten und illusorischen Stuss als Wahrnehmung normaler berufstständischer Vertretung interpretieren.

Der Schädelfrass greift auf allen Ebenen um sich.


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