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times there are changing

Alex @, Samstag, 27. Juni 2020, 10:54 (vor 151 Tagen) @ Kwezi

Ich amüsiere mich seit drei Tagen, seit den Events in Stuttgart, über die Wendungen in den Äußerungen der Grünen und Sozis. Da hatten sie mit der Lupe nach "rassistischen Strukturen" bei der Polizei gesucht und plötzlich standen sie wie ein Mann hinter den Ordnungshütern. Na ja, seit heute bröckelt das ja wieder, aber immerhin haben sie die SED-Wendehälse locker überholt. Möglicherweise gruseln sie sich auch vor dem kleinen Bürgerkrieg un Dijon und überlegen, wie man aus solchen Nummern wieder rauskommt. Ich habe der örtlichen Sozi-Deputierten dazu mitgeteilt, dass meiner Meinung nach französische Interessen nicht berührt sind, wenn sich Algerier und Tschetschenen über den Haufen schießen.

:-D
„...seit 1673 genau, sagte der alte Herr und lächelte zum ersten Mal.
„300 Jahre gesichertes Erbe. Widerlich.Ich schaue Sie an und finde nichts Schiefes an Ihnen. Und darum hasse ich Sie. Darum werde ich morgen die schlimmsten Elendsgestalten gerade zu Ihnen führen. Denen ist es völlig egal, wer Sie sind und was Sie darstellen. Sie geben einen Dreck auf Ihre Welt. Sie werden gar nicht erst versuchen, Sie zu begreifen. Sie werden müde sein, Hunger haben und mit Ihrer schönen Eichentür ein Feuerchen machen. Sie werden auf Ihre Terrasse kacken und sich mit den Büchern Ihrer Bibliothek die Hände abwischen. Ihren Wein werden sie ausspucken. Mit den Fingern werden sie aus Ihren hübschen Zinntellern essen, die dort an der Wand hängen. Sie werden auf den Fersen hocken und zusehen, wie Ihre Sessel brennen. Aus den Goldstickereien Ihrer Decken werden sie sich Schmuck machen. Jeder Gegenstand wird den Sinn verlieren, den er für Sie hat. Das Schöne wird nicht mehr schön sein, das Nützliche wird lächerlich und das Unnütze absurd werden. Nichts wird mehr einen echten Wert haben. Allenfalls werden sie sich um irgendein vergessenes Kordelstück balgen, während sie alles andere kurz und klein schlagen. Es wird herrlich sein! Machen Sie sich doch endlich aus dem Staub!“
„Noch eine Frage: Jene werden blindlings zerstören, weil sie es nicht besser wissen. Aber Sie?“
„ Ich? Weil ich dies alles hasse! Weil das Weltgewissen verlangt, dass man dies alles hasst. Hauen Sie ab, Sie kotzen mich an!“
„Wie Sie wünschen.“ Der alte Herr ging ins Haus und kam aber gleich wieder zurück, mit einem Jagdgewehr in der Hand.
„Was soll das?“ fragte der junge Mann.
„Ich werde Sie töten,was sonst? Meine Welt wird den morgigen Tag möglicherweise nicht überleben, daher habe ich die Absicht, die letzten Augenblicke noch voll auszukosten. Ich werde in dieser Nacht ein zweites Leben führen, ohne mich vom Fleck zu rühren und ich glaube, dass es noch schöner als das erste wird. Da meinesgleichen abgereist sind, will ich es alleine genießen.“
„Und ich?“
„Sie sind nicht meinesgleichen, Sie sind mein Feind. Ich habe keine Lust, diese kostbare Nacht in der Gesellschaft eines Feindes zu vergeuden. Daher werde ich Sie töten.“
„Das bringen Sie nicht fertig, Sie haben doch nie jemanden getötet.“
„Das stimmt, ich habe stets das friedliche Leben eines Literaturprofessors geführt, der seinen Beruf liebt.“

Der junge Mann brach graziös zusammen, glitt über das Geländer hinab, an das er sich angelehnt hatte, und sackte schließlich mit hängenden Armen in jene hockende Stellung, die er einzunehmen gewohnt war. Der rote Fleck auf seiner linken Brust wurde etwas größer, hörte dann aber rasch auf, zu bluten. Er starb ganz ordentlich. Keinerlei Überraschung war in seinen Augen zu sehen. Die Daumen des Professors schlossen sie mit einer sanften Geste. Keine Fanfaren, keine Standarten.
Ein Sieg nach Art des Abendlands, so endgültig wie nutzlos und lächerlich. Im Frieden mit sich selbst, in einem Frieden, so süß und vollkommen wie nie zuvor in seinem Leben, wandte der alte Herr Calgues dem Toten den Rücken zu und kehrte in das Haus zurück.
Jean Raspail


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