Konventionen und Verschwörungstheorien

Boothby, Montag, 24. August 2020, 09:51 (vor 25 Tagen) @ NN

Gleichwohl handelt es sich bei der Mail nicht um ein abstraktes business model. Sie hat konkret auch einen (Pro-)Tory-Markenkern. Wenn es gegenüber Johnson bzw. der von ihm geführten Regierung zunehmend kritische Artikel gibt, dann deutet dies auf eine teilweise / gewisse Veränderung auf der Demand/Publikumsseite hin.

Was aber eben nicht heißen muss, dass es sich innerhalb des Spektrums rechts der Mitte in den USA genauso verhält. Trumpismus ist schlicht mehr durch Personenkult geprägt als Brexitismus. Die Base ist härter als vernehmbare Zweifel am Brexit und/oder der Regierungsführung Johnsons und Cummings.

Ein Markenkern steht nicht im Widerspruch mit dem business model, Leser wollen ja nicht nur Information, sondern auch Bestätigung. Und gerade rechts der Mitte scheint sich das Leser-Bedürfnis zuweilen vollständig auf den conformation bias zu beschränken.

Der Unterschied zwischen UK und USA liegt wohl in der Natur der Sache: Einerseits war Johnson zwar immer schon ein Luftikus, aber er ist kein autoprogrammatischer Sonderfall wie Trump. Er entstand weitgehend in der politischen Sphäre, die Trump samt und sonders (und sogar mit einiger Berechtigung) als Maverick verteufelt.

Zudem besteht bei Johnson der Dreh- und Angelpunkt aus einem programmatischen Versprechen (get Brexit done), bei tRump ausschließlich aus sich selbst (I alone can fix it).


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