US Demografie

NN, Sonntag, 21. Februar 2021, 23:34 (vor 15 Tagen) @ Boothby

Hier ist eine feine Ironie verborgen, die in einer rationalen Welt eher sowas wie eine Punchline wäre, die einem von von Beth Hart mit voll aufgedrehtem Megaphon reingeknallt wird, während gegen das soziale Distanz-Protokoll verstößt:

@BillKristol

This is such a political opportunity for Democrats. They can hammer this message: Republicans are voting against money for vaccines, tests, schools, small businesses, and the unemployed. Dem leaders opposed the 1981 Reagan tax cuts; it took them a decade to recover politically.

https://twitter.com/BillKristol/status/1362808177406976002

Noch nicht mal der Spoiler: Es ist ein wenig verstörend, dass manch ein Observer die Schärfe des Clusterfucks nicht begreifen will. Gegenüber registrierten GOPlern bzw. Dems etablieren sich Independents zunehmend, und leider gibt es hier einen wachsenden Anteil von Votern, die, wie weitgehend die GOP Base sowieso, mit rationalen Argumenten nicht mehr erreichbar sind.

Spoiler: Der Reagan-Kult geht bis heute mehrheitlich davon aus, Reagan habe allen ernstes in toto die Steuern gesenkt*. Er wurde mal Kasernen-Keynes genannt, und zwar völlig zurecht. Change my mind!

* H.W. Bush wurde darüber noch ein One-Termer.

Biden hin oder her, ich bin mittelfristig nicht zuversichtlich.

Die Demografie spricht nicht für die republikanische, weit überwiegend weiße, überwiegend evangelikale und überwiegend ältere Base.

Die Evangelikalen (die Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Prozentsatz an aktiven Wählern) werden nicht nur deshalb verhältnismäßig weniger, weil andere anderen mehr werden, sondern auch deshalb, weil ein Teil der Kindergeneration nicht mehr mitmacht (übrigens schon angefangen mit Generation-Xern).

Die Besorgnis erregenden Bestrebungen, das Wählen (zugeschnitten auf andere Gruppen) zu erschweren oder noch extremer zu gerrymandern muss auch auf diesem Hintergrund gesehen werden.

Der einzige demografische Lichtblick, den es für die Republikaner bei den letzten Wahlen gegeben hat, war ein relativ gutes Wahlergebnis unter US born male Latinos / Hispanics. Ob das aber ein stabiler Trend ist, ist nicht klar.

Dagegen bleibt zusätzlich festzuhalten, dass die Millenials a) eine zunehmend wichtige bzw. gewichtigere Wählergruppe geworden sind und b) auch in ihren 30ern, mit einem häufig gesettelterem Leben eher selten dazu tendieren konservativ bzw. trumpig zu werden.

All das schließt natürlich zukünftig keine Wahlkatastrophen aus.

Aber es sollte schon berücksichtigt werden; zumal dann, wenn man sich dem kollektiven Wahnsinn der US "Conservative" Political Entertainment Industry aussetzt und dabei feststellen muss, dass auch die abstrusesten Lügen relativ gut funktionieren (können).


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