Was für ein Elend...

NN, Sonntag, 01. Oktober 2017, 19:51 (vor 75 Tagen) @ alex

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http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/f-a-s-exklusiv-norbert-bluem-attackiert-bill-gate...

Norbert Blüm und Konsorten ist es zu verdanken, dass man dem Staat immer weniger gern das verdiente Geld in Form von Steuern überlässt.
Das hessische Schlachtross war schon immer weniger klug als Heiner Geißler, der sich auf seine alten Tage noch Attac anschloss und damit endgültig seine zweifellos vorhandenen Meriten besudelte, aber manchmal möchte man einfach nicht erleben, wie sich bei einem altgedienten Haudegen statt Schuppen Kalk auf der Schulter auftürmt...:-(

Man könnte ja kritisch über Steuervermeidungsmöglichkeiten sehr großer Unternehmen diskutieren, von denen selbst größere Mittelständler nur träumen können. Wenn man in dieser Hinsicht z.B. Amazon etwas mehr auf die Finger klopfte, wären marktwirtschaftliche Prinzipien nicht ausgehebelt oder Millionen von Verbrauchern durch exorbitante Preise bestraft.

Wobei dennoch festzuhalten bleibt, dass sehr große Unternehmen im Allgemeinen durchaus viele Steuern zahlen und die Klage über die Vermeidung von Steuern durch sehr große Unternehmen mitunter Ausdruck eines nationalen Egoismus ist. D.h.: Globaler betrachtet ist es nicht zwingend unsozial, wenn etwa ein US-Gigant in Form einer Tochtergesellschaft das vergleichsweise ärmere Irland mit einigen Steuern beglückt.

Aber all das macht der Herz-Jesu-Sozialist Blüm natürlich nicht, sondern faselt lieber völligen ökonomischen Schwachsinn. Ganz interessant ist übrigens die obszöne Volte (Blüm ist nicht der erste, der dieses Ressentiment pflegt), dass es Milliardären sehr übel genommen wird, wenn sie einen wirklich erheblichen Teil ihres Vermögens in eine oder mehrere nachweislich wohltätige Stiftungen stecken. Derselbe Schmonz richtete sich vor ein paar Jahren gegen einen deutschen Milliardär, der es gewagt hatte, den übergroßen Teil seines Vermögens in eine wohltätige Stiftung zu packen. Hätte er darauf verzichtet, wäre er von den Etatisten und (Herz-Jesu-)Sozialisten nicht angefriffen worden.

Aber was soll all das Klagen...Der Sozialstaat befindet sich auf der Zielgeraden und wird in seiner heutigen Form Blüm nicht lange überleben.

Wieso sich allerdings der Sozialstaat auf der Zielgeraden befindet und in seiner heutigen Form Blüm nicht lange überleben sollte, ist mir nicht klar.

Fast könnte man meinen, hier spräche ein gewohnheitslinker Pessimist.

Und auch umgekehrt kann ich, zumindest Deutschland anbetreffend, am Horizont keine politischen Mehrheiten ausmachen, die den Sozialstaat in seiner heutigen Form abschaffen könnten/wollten.

Zumal ist es eben mitnichten so, dass in westlichen Staaten die Wähler (wirklich) konservativer und/oder rechtspopulistischer Parteien einen Abbau von Staatstätigkeit in der Wirtschafts- und Sozialpolitik wünschten. Dieser Umstand mag in unterschiedlichen Staaten ein unterschiedliches Gepräge haben, aber einen weit verbreiteten Wunsch nach mehr ökonomischen Liberalisierungen kann ich nirgend wirklich ausmachen.


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