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Was für ein Elend...

alex @, Dienstag, 03. Oktober 2017, 06:34 (vor 15 Tagen) @ NN

"Und auch umgekehrt kann ich, zumindest Deutschland anbetreffend, am Horizont keine politischen Mehrheiten ausmachen, die den Sozialstaat in seiner heutigen Form abschaffen könnten/wollten."

Politische Mehrheiten sind tatsächlich keine da, dafür aber ökonomische Fakten. Wenn der Anteil der Netto-Steuerzahler sinkt, während die Steuergelderbezieher immer mehr werden, erledigt sich der Sozialstaat von alleine.


That‘s it!

Steuergelderbezieher = Volltransferbezieher?

Falls ja:

Anteil mittel- und langfristig höher wg. geburtenschwächeren Jahrgängen und (teilweiser) Armutszuwanderung?

Falls ja, was dagegen spricht:


1. Es gab, gibt und wird wahrscheinlich auch weiterhin nicht nur Armutszuwanderung (mit höherem "Sozialtransferisiko") geben. Ohne Handwerker mit osteuropäischem Background ginge z.B. auf Berliner Baustellen nur noch wenig.


2. Die Lebensarbeitszeit wird sich wahrscheinlich verlängern.


3. Vor allem: Wenn mehr oder weniger geburtenschwächere Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt drängen, folgt daraus auch, dass die Arbeitslosigkeit (konjunkturbereinigt) tendenziell weiter sinkt und damit entsprechend auch die Anzahl der Volltransferbezieher.

Die Klage über Fachkräftemangel wird wohl zunehmen, aber eben nicht die absolute Zahl der Arbeitslosen/Sozialhilfeempfänger.

Ich kann mich noch daran erinnern, dass das Verteidigungsbudget der größte Einzelposten im Staatsetat war.
Lang ist‘s her...:-D
Die Sozialausgaben wachsen nun seit Jahrzehnten, auch durch die Zuwanderung.
Und durch die verstärkte Einmischung des Staates in praktisch jeden Lebensbereich.
Da stehen mittlerweile Töpfe zur Verfügung, da kann man nur staunen, wie das soziale Gerechtigkeit befördern soll.
Beispiel?
In meinem Umfeld leben Menschen in alternativen Wohnprojekten.
Durch die abziehenden Amerikaner wurden Wohnblocks frei, in denen sich konzeptionell sowas wie eine DDR 2.0 etabliert hat mit all dem Wahnsinn wie Plenum und Volxküche...
Das hiesige Sozialamt zahlt einen großen Zuschuss, auch wenn die Bewohner samt Blagen mal in den Urlaub wollen.
Dann wird in einem großen Tross gemeinsam in den Süden gedüst.
Versuche das mal als Alleinerziehender....
Die aktuelle Armutszuwanderung bedroht dieses System und wenn ein immer kleiner werdender Teil der für das Steueraufkommen verantwortlichen Steuerzahler für immer mehr von staatlichen Transfers abhängigen Menschen schuftet, aber gleichzeitig kein Vermögen mehr aufbauen kann wie es den Menschen in den 60ern und 70ern möglich war, dann birgt das sozialen und finanziellen Sprengstoff.
Es gab mal vor ein paar Jahren eine Doku, in der man die Einkommen von Arbeitern in vergleichbaren Jobs in den USA, Japan und Deutschland und deren steuerliche Belastungen gegenüberstellte.
Der Japaner und der Ami hatten in etwa die gleichen Belastungen (ca. 30% des Bruttoeinkommens) , in etwa soviel wie auch ein Deutscher in den 60ern. Damit war für den Normalsterblichen in Deutschland das eigene Häuschen, sprich Vermögensaufbau, möglich.
Das ist für den heutigen deutschen Arbeitnehmer nicht mehr möglich, aus diesem Grund ist das Vermögen der einzelnen Bewohner des reichsten Landes Europas auch ein Witz gegenüber den ärmeren Nachbarn.
Die Statistik dazu lässt sich im Netz finden.

https://www.welt.de/wirtschaft/article115143342/Deutsche-belegen-beim-Vermoegen-den-let...

Armutszuwanderung durch offene Grenzen bei gleichzeitigem Wohlfahrtsstaat schließen sich meiner Meinung nach aus.
Sie werden zur Überlastung des Wohlfahrtstaates führen, aber auch zu großem Unmut, aus welchen Gründen auch immer.
Nur weil aktuell gebaut wird wie blöd ( was ja auch gut ist), es faktisch nicht möglich ist, vor dem nächsten Frühjahr überhaupt Handwerker für einen geplanten Bau zu bekommen, haben wir auf der anderen Seite ganze Viertel , die vom Wohlfahrtsstaat leben und da findet man wenig Osteuropäer...
Momentan boomt der Laden. Und damit fließen auch genügend Gelder in Form von Steuereinnahmen.
Sollte das durch die Umbrüche in der Technologie vorübergehend ein Ende finden, wird es zu Veränderungen im System der Transferleistungen kommen müssen.
Auch weil die Kosten für die innere Sicherheit steigen werden. Ein Teil des Phänomens Wohlfahrtsstaat...
Und die Demographie?
Die Einwohner Deutschland werden in den nächsten Jahren nicht weniger, sondern mehr werden.
Gestrige Veröffentlichungen gehen von 83 Millionen in den nächsten Jahren aus.
Geburtenstarke Jahrgänge sind bestimmt nicht der Grund dafür.

https://www.iwd.de/artikel/83-millionen-einwohner-in-deutschland-284154/


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