Gähnen bis zur Maulsperre

Albert Schweizer, Mittwoch, 18. Februar 2015, 00:12 (vor 1005 Tagen) @ Schlemiel

Ob «Minsk II», Griechenland oder Bankenkrise: Noch nie war das Versagen grösser, nie war die EU unbeliebter wie heute. War der lose Staatenbund, damals noch unter dem Kürzel EG in Munden, unter Granden wie dem unterhaltsamen Haudegen Delors oder dem eleganten Santer noch als sympathische Veranstaltung gefeiert, so schleudern die Europäer unter dem «Kabinett Bismarck» (wie die EU -Kommission von Kritikern heutzutage verlacht wird) von einer Krise in die andere. Mit schrillem Ton und unbelehrbarem Festhalten an schwachsinnigen Entscheidungen gefährdet Deutschland wieder mal den Zusammenhalt, dem man sich nach dem von den Deutschen verursachten «grössten Katastrophen der Menschheitsgeschichte» im 20. Jahrhundert so schwer erarbeitet hat. Auch und gerade von Deutschen wie Adenauer (widerwillig), Genscher (klug), Brandt (sowieso), Schmidt (klug UND elegant), Fischer (mehrheitlich klug) und Kohl (klüger als es damals schien), und immer unter den wachsamen Augen der Befreier USA. Doch nach «Wiedervereinigung» und Rückkehr Preussens in die «BRD» wird der nationale «deutsche Schäferhund» lauter, so, wie wir es immer wieder in der deutschen Geschichte erlebt haben.

Das meinen nicht nur die Millionen Europäer, die mit (zugegebenermassen) manchmal groben Merkel -Karikaturen durch die Städte ziehen. Auch Joseph Stiglitz, bedeutendster Ökonom der Neuzeit und Nobelpreisträger zetert: «Deutschland hat versagt!»

http://www.huffingtonpost.de/2014/10/07/deutschland-versagt-merkel-nobelpreistrager_n_5...

«Die Welt wird untergehen oder verschweizern.» meinte Friedrich Dürrenmatt so treffend. Hoffen wir auf Letzteres. Und was «verdeutschen» heisst, zeigt uns aktuell die EU: Untergehen.


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