Wahlkampf

Boothby, Montag, 30. August 2021, 22:25 (vor 29 Tagen) @ NN

Um keinen Bock auf Rotrotgrün zu haben, bedarf es auch keiner Rote-Socken-Kampagne. Um auf diese Koalitionsmöglichkeit noch näher einzugehen, wäre es von Vorteil, auf den Berliner Senat einzugehen.

@NN

Das sagst Du als individueller Wähler, aber ganz allgemein wird sich seitens der CDU ja ebenso aufgeführt, als stände der nächste Mauerbau kurz bevor. Wozu der Quatsch, wenn der doch gar nicht nötig wäre? Das geht Springer-style, und das schließt alles andere von vornerein aus.

Bei den Grünen ist die Kandidatinnenauswahl genau genommen noch blöder gelaufen, als bei der CDU. Bei der hat vor allem die leidige NRW-Hausmacht den Parteivorsitzenden und mittelbar den Kanzlerkandidaten produziert, und die Ländergremien haben mit Ach und Krach entsprechend abgestimmt.

Bei den Grünen hat nur der Bundesvorstand die Kandidatin bestimmt. Und dem wäre gerade aufgrund der strikten Geschlechterparität in Spitzenämtern kein Zacken aus der Krone gebrochen, wenn er den stärkeren, männlichen Kandidatin ins Rennen um die Ablösung der Bundeskanzlerin geschickt hätte.

Dagegen sprechen 2 Gründe.

a) Der anti-Baerbock-Wahlkampf war teilweise so absurd, das die Frage berechtigt ist, warum man Habeck nicht genauso durch den Fleischwolf hätte drehen können. Das ganze Land glaubt mittlerweile, die LSE wäre eine Förderschule in Klein Wümmede.

b) Eine konsistente Message an die eigenen Leute, auch in Bezug auf das Frauenstatut, hat gerade erst die Geschlossenheit erarbeitet, auf die die Grünen hier zurückblicken können. Im starken Kontrast zu den Mitbewerbern, in Gegenwart (CDU) und Vergangenheit (SPD).

Baerbock und Laschet eint allerdings, dass sie beide nicht die Größe hatten, dem stärkeren Kandidaten den Vortritt zu lassen.

Wie gesagt, Habeck hat ebenfalls Bücher geschrieben.

Ich bin mir nicht sicher, ob das der Beweggrund für seine Corona-Eierei war. Zuvor war er in NRW weder populär noch unpopulär. Der Beweggrund für die besagte Eierei war viel wahrscheinlicher ein krampfhaftes Absetzen von Söder, weil der einen konsequenten und restriktiveren Corona-Kurs gefahren hat.

Er war auch in NRW Nachrücker, Frontsau war er nie, und entsprechend hat man das Gefühl, auch sein eigener Laden lernt ihn gerade erst kennen.

Der Weil in Niedersachsen hatte übrigens ähnliche Anwandlungen.

Ich weiß, aber NDS ist ein schlechtes Beispiel. In NDS plakatieren sie nirgendwo Laschet. Statt dessen überall Althusman, der auf keinem Wahlzettel steht. Weil wird sehr wohl plakatiert.

Söder hat sich in der allerjüngsten Zeit diszipliniert, um nicht zu sagen solidarisch verhalten.

Söder ist eine lose canon, in der CDU wird man sich nicht schwertun mit Insidern, die wissen, dass es um 2025 geht.


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