Wahlkampf

NN, Dienstag, 31. August 2021, 01:22 (vor 29 Tagen) @ Boothby

Um keinen Bock auf Rotrotgrün zu haben, bedarf es auch keiner Rote-Socken-Kampagne. Um auf diese Koalitionsmöglichkeit noch näher einzugehen, wäre es von Vorteil, auf den Berliner Senat einzugehen.


@NN

Das sagst Du als individueller Wähler,

Ich bin wirklich nicht ganz alleine, wenn es z.B. darum geht, Enteignungen von Wohnungsbaugesellschaften im Zuge einer bundesweit einzigartig verfehlten Wohnungsbaupolitik scharf abzulehnen.

Mal vorausgesetzt die von den Grünen, der Linkspartei und Teilen der SPD unterstützte Kampagne bekommt eine Mehrheit und die geforderten Enteignungen gehen rechtlich durch (was beides nicht sicher ist*): Dann muss das Land Berlin einen hohen Betrag für die fälligen Entschädigungen aufwenden, damit eine paar tausend glückliche Mieter einen Fuffi oder Hunni weniger Miete im Monat zahlen. Vor allem aber entsteht durch diesen völlig beknackten Stunt keine einzige neue Wohnung.

Wenn du - ich meine jetzt buchstäblich dich -, den Leuten, die das gut finden, vorschlagen würdest, dass man die vielen Steuergelder für die Enteignungen doch besser für eine dicke Schippe sozialen Wohnungsbau aufwenden und die (in Berlin wirklich besonders) hemmende Bürokratie verbessern sollte, gingst du als Rechtsabweichler durch, wenn nicht als neoliberal.

* Du kannst jetzt behaupten, dass es ja so bescheuert und unnütz nicht sein kann, wenn es nicht sicher durchgeht.

aber ganz allgemein wird sich seitens der CDU ja ebenso aufgeführt, als stände der nächste >Mauerbau kurz bevor. Wozu der Quatsch, wenn der doch gar nicht nötig wäre?

Im Nachtrag hatte ich durchblicken lassen, dass man sich als CDU dem Thema Rotrotgrün / Linkspartei mit dem gebotenen Ernst widmen sollte.

Das geht
Springer-style, und das schließt alles andere von vornerein aus.

Der Typ, der die Enteignungskampagne ins Leben gerufen hat, ist übrigens wirklich Kommunist.

Bei den Grünen ist die Kandidatinnenauswahl genau genommen noch blöder gelaufen, als bei der CDU. Bei der hat vor allem die leidige NRW-Hausmacht den Parteivorsitzenden und mittelbar den Kanzlerkandidaten produziert, und die Ländergremien haben mit Ach und Krach entsprechend abgestimmt.

Bei den Grünen hat nur der Bundesvorstand die Kandidatin bestimmt. Und dem wäre gerade aufgrund der strikten Geschlechterparität in Spitzenämtern kein Zacken aus der Krone gebrochen, wenn er den stärkeren, männlichen Kandidatin ins Rennen um die Ablösung der Bundeskanzlerin geschickt hätte.


Dagegen sprechen 2 Gründe.

a) Der anti-Baerbock-Wahlkampf war teilweise so absurd, das die Frage berechtigt ist, warum >man Habeck nicht genauso durch den Fleischwolf hätte drehen können. Das ganze Land glaubt >mittlerweile, die LSE wäre eine Förderschule in Klein Wümmede.

Ich bin nicht plötzlich zum Habeck-Fan mutiert oder glaube, man hätte ihm nicht jede Menge an den Kopf geworfen, gehe allerdings fest davon aus, dass er und sein direktes Umfeld nicht so dermaßen unprofessionell mit ein paar abgepinnten Bücherseiten umgegangen wären. Dergleichen wäre mit Habeck binnen Wochenfrist erledigt gewesen.

Hattest du diesen Kriescher (oder so) bei Lanz gesehen? Hast du Habecks Kommentar dazu gehört?

b) Eine konsistente Message an die eigenen Leute, auch in Bezug auf das Frauenstatut, hat gerade erst die Geschlossenheit erarbeitet, auf die die Grünen hier zurückblicken können. Im starken Kontrast zu den Mitbewerbern, in Gegenwart (CDU) und Vergangenheit (SPD).

Mehr noch: Ich hätte echt Geld darauf gewettet, dass Habeck im Falle eines Mitgliederentscheids mehr Stimmen als Baerbock bekommen hätte.

Abgesehen davon kann er mehr Stimmen in der Mitte und/oder bei Männern ziehen als Baerbock.

Baerbock und Laschet eint allerdings, dass sie beide nicht die Größe hatten, dem stärkeren Kandidaten den Vortritt zu lassen.


Wie gesagt, Habeck hat ebenfalls Bücher geschrieben.

Ich bin mir nicht sicher, ob das der Beweggrund für seine Corona-Eierei war. Zuvor war er in NRW weder populär noch unpopulär. Der Beweggrund für die besagte Eierei war viel wahrscheinlicher ein krampfhaftes Absetzen von Söder, weil der einen konsequenten und restriktiveren Corona-Kurs gefahren hat.


Er war auch in NRW Nachrücker, Frontsau war er nie, und entsprechend hat man das Gefühl, auch sein eigener Laden lernt ihn gerade erst kennen.

Wie gesagt: Die Masseträgheit seines Landesverbandes hat ihn durchgebracht. Viel Grund zur Klage hatten sie bis Corona nicht.


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