Frankreich - Deutschland / Ideologien - Pathologien

NN, Montag, 28. Juni 2021, 18:57 (vor 1375 Tagen) @ Udosefirot

Der Bayern-2-"Radiowelt" sagte Herrmann, die bisherigen Auffälligkeiten des Verdächtigen hätten nicht für eine Abschiebung gereicht, da es keine Strafanzeigen gegeben habe. Der Migrant hat einen subsidiären Schutzstatus, er hält sich also legal in Deutschland auf.

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_90342432/messerattacke-in-wuerzburg-...

Möglicherweise ist es ein generelles Problem, dass bei psychisch auffälligen Personen, die sich (wie auch immer) aggressiv verhalten von Strafanzeigen / Strafverfolgung eher abgesehen wird, weil man glaubt, dass sie eh nichts mehr kapieren oder schon gestraft genug sind.

Dabei kann es gerade die Strafanzeige / Strafverfolgung sein, die therapeutische Obhut ggf. sicher stellen kann.


Mit Blick auf den Angriff hat der Bund der deutschen Kriminalbeamten (BDK) einen Ausbau der psychiatrischen Behandlungskapazitäten gefordert. Knapp ein Drittel der allein handelnden Attentäter* der Jahre 2000 bis 2015 sei psychisch krank gewesen, sagte der Bundeschef der Polizeigewerkschaft, Sebastian Fiedler, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der Fachkräftemangel in den Psychiatrien müsse von der Bundesregierung dringend gelöst werden. Der mutmaßliche Täter befand sich wegen psychischer Auffälligkeiten bereits zuvor zweimal in einer Fachklinik.

»Wer an bestimmten Arten von Schizophrenie leidet, trägt ein erhebliches Risiko in sich, zum Gewalttäter zu werden. Den Menschen muss dringend geholfen werden«, sagte Fiedler. Ein besonderes Problem seien außerdem Menschen, die aufgrund von Kriegserlebnissen psychisch erkrankten. Dabei handele es sich indessen nicht um ein »originäres Thema der Sicherheitsbehörden«, das Problem müsse vielmehr vom Gesundheitssektor angegangen werden.

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/wuerzburg-eklatanter-verdacht-auf-islamistischen...

Dass man nicht jeden psychisch Auffälligen einfach zwangseinweisen kann, ist klar. Gleichwohl stellt sich die Frage, wieso der Täter wieder rausgelassen wurde. Wenn einer der Gründe lauten sollte, dass keine Strafanzeigen vorlagen, dann gäbe es zumindest eine kleine Stellschraube, an der gedreht werden könnte.

Des weiteren sollte man aufpassen, dass mit dem Hinweis auf Fachkräftemangel keine impliziten Schutzbehauptungen gemacht werden. Psychiatrische Einrichtungen mögen besser ausgestattet sein/werden können, haben aber unter Umständen nicht weniger Verantwortung als Richter, wenn es um die Frage geht, wann, warum und unter welchen Voraussetzungen jemand auf freien Fuß gesetzt / gelassen wird oder nicht.


Abgesehen von all dem: Es ist weiterhin nicht ausgeschlossen, dass der Täter auch jede Menge Islamismus im Kopf hatte.

Dass Menschen, die schon allein aus sich heraus nicht richtig ticken, durch das Internet den denkbar einfachsten, bequemsten Zugriff auf allerlei ideologischen Dreck haben, ist ein Problem der hoch technisierten Zivilisation, das kaum bearbeitet werden kann.


* Die Frage ist, ob er hier auch Amokläufer bzw. Amokfahrer dazu rechnet. Es gab vor Jahren in Münster und letztes Jahr in Trier schlimme, nicht politisch motivierte Amokfahrten.


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