Memento Mori

Divara @, Samstag, 11. Januar 2014, 15:26 (vor 1353 Tagen) @ alex

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 11. Januar 2014

„Die Gerüchte verhärten sich, dass Ariel Scharon gestorben sei. Eine Bestätigung des Hospitals steht noch aus.“ Mit dieser dramatischen Meldung wurde am Samstag Mittag gegen 14:30 Ortszeit das Rundfunkprogramm unterbrochen. Kurz danach meldeten sich alte Kampfgefährten und Freunde Scharons, die erzählten, vom Hospital schon eine Mitteilung des Todes erhalten zu haben. Erst später wurde eine Pressekonferenz angesagt, bei der dann auch die „Todesursache“ mitgeteilt werden sollte. Seit über zwei Wochen wurde die Welt darüber informiert, wie erst die Nieren, dann die Lunge, das Herz, der Blutdruck und andere Funktionen des Körpers zusammengebrochen waren.
Scharon liegt seit 8 Jahren in der Schiba-Abteilung des Tel Haschomer Hospitals nahe Tel Aviv auf der Intensivstation.
20 Minuten nach der ersten Todesmeldung trat Gilad Scharon, der Sohn des verstorbenen ehemaligen Premierministers, vor die Presse, um sich persönlich bei den von ihm namentlich genannten Krankenschwestern und behandelnden Ärzten zu bedanken.
Seit dem 4. Januar 2006 ist Scharon von einem schweren Schlaganfall nicht mehr aufgewacht und lag seitdem streng behütet und abgeschirmt auf der Intensivstation.
Damals wurde Scharon ein letztes Mal durch das Milchglasfenster einer Ambulanz fotografiert. Kein einziges Bild von ihm ist seitdem nicht mehr veröffentlicht worden.
Unmittelbar nach Verbreitung der Nachricht wurden offenbar von langer Hand vorbereitete Kondolenzbriefe veröffentlicht, darunter von Staatspräsident Schimon Peres: „Arik war ein mutiger Führer, der seine Nation liebte“.
Noch ist unbekannt, wo der 85 Jahre alte Volksheld begraben werden wird. Ihm gebührt ein Platz auf dem Friedhof der „Großen der Nation“, wo auch Jitzhak Rabin und andere ehemalige Ministerpräsidenten begraben liegen. Doch könnte es sein, dass Scharon verfügt hat, auf seiner Farm nahe dem Gazastreifen neben seiner verstorbenen Frau zur ewigen Ruhe gebettet zu werden.


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