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Memento Mori

alex @, Freitag, 18. März 2016, 16:20 (vor 611 Tagen) @ 0blomow

Zwei ehemalige Schwergewichte der deutschen Politik sind gestorben.
Lothar Späth, der ehemalige langjährige Baden-Württembergische MP und
Guido Westerwelle, der ehemalige Außenminister Deutschlands.

Späth war mir immer schwer sympathisch, auch wenn ich seiner Partei eher wenig Sympathie entgegenbrachte.
Er hatte was verschmitztes und schien dem guten Leben nicht abgeneigt zu sein.
Dass in seiner Vita die ein oder andere Leiche im Keller verschwand, kann ich ihm nachsehen, ganz und gar den Grund für seinen Rücktritt. Für Späths damaligen Faux Pas würde heute keiner mehr auch nur ein müdes Arschrunzeln übrig haben, aber so ändern sich die Zeiten.
Ein Jenninger musste ja auch mal wegen des Gebrauchs des Wortes Leitkultur zurücktreten...
In seinen letzten Jahren hatte Herr Späth nicht mehr so viel zu lachen.
Gut, als ihn seine Frau verließ, könnte das auch eine Erlösung gewesen sein, wer weiß das schon.
Aber er endete in einem Pflegeheim mit Alzheimer...das habe ich ihm nicht gegönnt.

Und wem ich es auch nicht gegönnt habe, so früh und so elend einzugehen, war Guido Westerwelle.
Der Streber hat zwar einigen Blödsinn während seiner politischen Laufbahn gemacht und als Außenminister
war er vielen definitiv zu Paradiesvogel.
Aber er war auch der Repräsentant einer Zeit, nach der sich die Deutschen aktuell zurücksehnen.
Eine Zeit, in der andere die Drecksarbeit machen mussten, speziell in der Außenpolitik.
Seine öffentlichen Auftritte nach der Chemo waren berührend, seine Erschütterung über die letzten Monate, seine Todesangst überdeutlich.
Jetzt hat ihn die Dreckskrankheit besiegt.
:-(


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