Klangbox

NN, Samstag, 27. März 2021, 21:18 (vor 179 Tagen) @ Udosefirot

BWV 910 - Toccata in F-Sharp Minor

!Genau, schwieriger wäre es aber bei Bachs "Musikalischen Opfer" BWV 1079

Was? Es auf bzw. mit einem Konzertflügel anstatt mit einem Cembalo aufzuführen?

Dass die Fugen zu Anfang, die zumindest in der Urfassung für Tasteninstrumente konzipiert sind, wohl nie romantisch aufgeführt wurden, liegt wahrscheinlich daran, dass das Tasteninstrument im Verlauf später (in verschiedenen Fassungen) als basso continuo (= meistens Cembalo) auftaucht. Und letzteres wäre selbst in Zeiten, in denen Bachs Werke hemmungslos romantisiert aufgeführt wurde, als unpassend bzw. schwerer Stilbruch wahrgenommen worden.

D.h.: Schwieriger wäre es genau genommen nicht. Eine Aufführung auf einem modernen Konzertflügel würde allerdings bedeuten, nur ein Teil des Musikalischen Opfers aufzuführen. Das wäre dann der Unterschied zu allen anderen Bachwerken für Tasteninstrumente, die auch bzw. vor allem auf einem modernen Konzertflügel aufgeführt werden, einem Instrument also, das Bach noch überhaupt kennen konnte.

Weiter oben habe ich mich in Bezug auf Aufführungen von BWV 910 auf einem Konzertflügel deshalb pointiert ausgedrückt, weil einige Menschen überhaupt nicht wissen, wie das Werk ursprünglich annähernd geklungen hat und manche sogar annehmen, dass der moderne Konzertflügel (ab 1830/40?) praktisch schon immer dagewesen wäre. Zusätzlich kann man sagen, dass BWV 910 wirklich schroffe Züge hat und diese schroffen Züge auf einem guten Cembalo eben besser zum Ausdruck kommen.

Aber seis drum. Orlando Gibbons (1583 - 1625) war noch nicht mal ein Zeitgenosse Bachs. Diese Aufführung seines Werks für Tasteninstrumente auf einem modernen Konzertflügel mag historisch ein Foulspiel sein, klingt aber hervorragend.

@all

Tolle Musik, die auch nebenher laufen kann:

https://www.youtube.com/watch?v=a3AH7CFd9q0


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