Klangbox

NN, Mittwoch, 29. September 2021, 17:58 (vor 71 Tagen) @ Udosefirot

"Auf den habe ich jetzt nicht geachtet. Bei der Mahler 5. hatte ich mal verschiedene Aufnahmen verglichen. Den Orchesterklang Barbirolli / Philharmonia Orchestra fand ich ganz fürchterlich: eine weiche Klangsoße.*

Die Interpretation Solti / Chicago finde ich dagegen viel besser.

* Karajan: Kann ich mir kaum anhören. Später hatte ich erfahren, dass er einige Aufnahmen etwas höher hat spielen lassen.[/i]

Solti und Chicago, prägnant ist hier die Qualität der Blechblasinstrumente, das verdanken
die Reiner
( Kennt den jemand noch? ) Bei Mahler geht hier die Rechnung auf, trotz der
Defizite bei den Streichern, nicht aber bei Strauss, hier muss es eine Balance zwischen
den beiden Blöcken geben! Wagner funktioniert auch. Komischer und für mich nicht nachvoll-
ziehbarer weise machten aber gerade die Chicagoer unter Reiner mit Werken von Strauss Furore.

Richard oder Johann? Möglicherweise tue ich Richard Unrecht damit, dass ich ihn größtenteils ignoriert habe, was ich von Johann gehört habe, klingt für meine Ohren einfach nur nach dem Wien des 19. Jahrhunderts, und das klingt für mich recht schleimig.

Im Grunde wäre Chicago für Bruckner ideal, nur Bruckner ist sehr, sehr delikat- eine Melange
zwischen Einfalt und mahlerischen Größenwahn.

Bruckner habe ich mit Günter Wand / NDR komplett. Daneben die 9. mit Giulini / Wiener und die 8. Dohnanyi / Cleveland. Vielleicht ist es die Einfalt, die mir bei Bruckner zusagt.

Ja Karajan, der Mann hatte ja schon fast alles 2 bis 3 mal eingespielt; hier lohnt sich
wirklich konsequent chronologisch die Werkeinspielungen sich anzuhören - ein Abenteuer!

Für mich war und ist der letzte Beethoven-Zyklus mit Toscanini das Abenteuer. Das ist interpretativ so ziemlich am anderen Ende des Spektrums, wenig Romantik.

Da fällt mir übrigens ein, dass es vor einigen Jahren hier in diesem Forum der selige Mr Mali war, der mir diesen Beethoven-Zyklus empfohlen hat, als ich ihm erzählt hatte, dass ich mit diesen ganzen Karajan-Aufnahmen, mit denen auch meine jüngere Generation zumindest indirekt beschmissen wurde, klanglich nichts anfangen kann.

Daneben habe ich noch den Zyklus von Gardiner in historischer Aufführungspraxis, der dafür klanglich sehr gesittet, schon ziseliert und recht glatt ist und mich insgesamt nicht vom Hocker haut.

Wobei dieser Satz besonders gelungen ist, es ist wohl kein Zufall, dass ihn sich hier jemand rausgepickt hat:

https://www.youtube.com/watch?v=_1oAgxQHcc0

(Blöd, dass die Aufnahme etwas zu leise ausgesteuert ist.)


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